Wulf Aschenborn
MALEREI

“Wulf macht so eine Klebekunst
er klebt Streifen auf eine Lein-
wand und übermalt sie dann
mit bunter Farbe. Dann zieht er
die Streifen ab und, und klebt dann
neue Streifen. Dann übermalt er sie
wieder mit bunter Farbe, und so
lange macht er das bis das Bild
fertig ist. Wulf sitzt offt in
seinem Atelier und raucht Zigarren er
hört aber auch Jazz und sieht den
Schiffen zu.”

              Atelier Reisholzer Werftstrasse 75, Düsseldorf






"Er schichtet seine Bilder durch das Übermalen immer wieder abgeklebter Bildpartien..."
"...die Rollen mit Klebebändern lässt er sich im Werk zuschneiden. Ihre Breite beträgt ein Zehntel der Bildhöhe."

Ausstellung: „5 x 3”, Kunstraum Düsseldorf, 2015

Auszug aus dem Einführungstext zur Ausstellung GUT ist DREI
mit Wulf Aschenborn, Markus Kottmann, Ubbo Kugler

„Bis dahin fliesst noch viel Wasser den Rhein hinunter,” lautet die haus backene Redensart, gemeint ist: es wird wohl noch ein Weilchen dauern.


Im Falle von Wulf Aschenborns Malerei ist das eine ziemlich genaue Beschreibung des Werdegangs seiner Bilder. Aschenborn malt sie in seinem kleinen Atelier im Reisholzer Hafen, in dem ein Fenster den Blick auf den ganz nah vorbeifliessenden Rhein freigibt. Man hört das Stampfen der passierenden Schiffsdiesel.


Aschenborns Bilder entstehen auch nicht wie Bilder üblicherweise entstehen... Er schichtet seine Bilder durch das Übermalen immer wieder abgeklebter Bildpartien, sodass beim Malvorgang nicht das sichtbar ist, was für gut befunden und erhalten werden soll, sondern genau dieser Teil abgedeckt wird. Je länger er arbeitet, desto mehr manövriert er sich damit in den Zustand des Blindfliegens.


Bis zu 18 Schichten können so entstehen, die Farbe jeder Schicht wird rückseitig auf dem Bild mit Datums angabe notiert. 

Ihre Breite beträgt ein Zehntel der Bildhöhe.


Betrachtet man die Bilder seitlich, sieht man die erhobenen Farbkanten, die durch die Übermalung der Ränder der Klebestreifen entstehen. Sie ergeben eine Art Landkarte der eigenen Tätigkeit, auch ein privates Uhrwerk.


Aschenborn ist kein Schnellmaler; er vermalt Ölfarben und deren Trocknungszeit kann Wochen dauern. Es vergeht oft ein halbes Jahr, bis ein Bild fertig ist.


Im Schlussakt werden sämtliche Klebestreifen entfernt. Ein beneidenswerter Moment! In einem Augenblick, das Ergebnis monatelanger Arbeit betrachten zu dürfen!

Aschenborn vergibt zu guter Letzt den Bildtitel. Er verwendet dazu den Namen des an seinem Fenster vorbeiziehenden Schiffes während der Fertigstellung des Werkes. Die Bilder heißen Sownent, Nerodia oder Yemaya, Yabo, Aristo und Empresa… 

Auszug aus dem Einführungstext des Kurators Christian Deckert anlässlich der Vernissage im Maxhaus, Düsseldorf am 19. September 2014







„Betrachtet man die Bilder seitlich, sieht man die erhobenen Farbkanten, ...”

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"...Wulf sitzt offt in
seinem Atelier und raucht Zigarren er
hört aber auch Jazz und sieht den
Schiffen zu.”

Nina Aschenborn, 11 Jahre, 
nach ihren Besuchen im Atelier 
des Künstlers.